Ortskaiser
Der 210. Schuss bereitete dem Vogel um 19.40 Uhr ein Ende: Der aktuelle St. Arnolder Schützenkönig Dirk Geisler ist Neuenkirchens neuer Ortskaiser.
Gratulation kurz nach dem Vogelschuss: Dirk Geisler vom Schützenverein St. Arnold ist neuer Ortskaiser. Der 210. Schuss bereitete dem Vogel um 19.40 Uhr ein Ende.Im Mai war er noch fassungslos, als er Schützenkönig des St. Arnolder Schützenvereins wurde. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte er vor zwei Monaten. Jetzt darf er sich wieder wundern: Dirk Geisler wurde am Freitag um 19.40 Uhr mit dem 210. Schuss neuer Ortskaiser von Neuenkirchen. Er löst damit Dieter Holtgräve nach fünf Jahren Regentschaft ab.
300 Schützen jubelten
Groß war der Jubel unter den rund 300 Schützen auf dem Dörper Berg, die das spannende Finale von zuletzt sieben Aspiranten verfolgt hatten. Von allen Seiten kamen die Hände, die Dirk Geisler schütteln musste.
So spannend wie das Ortskaiserschießen war auch diese Frage: Hält das Wetter? Ein paar Tropfen machen einem Schützen ja nichts aus. Aber in Rheine ging gegenwo wir 17 Uhr ein dickes Unwetter ‘runter. Das Grummeln war deutlich zu hören, aber Neuenkirchen blieb verschont. „Wäre schade“, sagte Gerd Reinke, Vorsitzender der Vereinigten Schützengesellschaften (VSG) und frischgebackener Kaiser des Sutrum-Harumer Schützenvereins. Schade für die Vorbereitungen des Festes, die schon vor zwei Jahren begonnen hatten. „Wir haben es diesmal anders gemacht“, sagte Reinke, als auf dem Dörper Berg gerade der bunte Vogel auf seinem Platz montiert wurde. Früher war das Ortskaiserschießen ein eigenes Fest, das an drei Tagen gefeiert wurde. „Das ist aber immer weniger geworden, das lohnt sich nicht mehr“, sagte Reinke. Daher habe sich die VSG ans Heithöker Schützenfest gehängt, das am Sonntag gefeiert wird. Im Gegenzug hat die VSG den Heithökern beim Aufbau des Festplatzes geholfen.
Gäste aus den Partnerstädten
Vom Rathausplatz zogen die rund 300 Schützen der sieben Vereine mit ihren Majestäten – mit dabei auch Abordnungen aus den Partnerstädten Hengelo im Gelderland und Heyerode in Thürigen – Richtung Dörper Berg. Von den insgesamt rund 2500 Schützen in Neuenkirchen waren die 278 Könige eingeladen. 83 von ihnen hatten sich zum Ortskaiserschießen angemeldet, die Schießliste wurde zunächst alphabetisch abgearbeitet – beginnend mit „H“ wie „Holtgräve“. Dem scheidenden Ortskaiser Dieter Holtgräve galt die Ehre des ersten Schusses. Und der fiel schon um 17.40 Uhr, 20 Minuten früher als geplant. Der Himmel sah immer bedrohlicher aus, die Augen der Gäste gingen immer wieder nach oben – oder nach unten auf die Wetter-App des Handys.
Peng – Peng – Peng: Im Dreiminutentakt knallten die Schüsse durch Büsche und Bäume auf dem Dörper Berg, die Schießmeister Jörg Dierker und Hermann Kolthoff legten ein ums andere Mal nach. Nach der Liste ging es ab 18.30 Uhr, als sich nach einem leichten Schauer die Sonne wieder blicken ließ, ins „freie Schießen“ über: Nur noch die traten an die Vogelstange, die auch Ambitionen hatten – und das waren Reinhard Thiele, Georg Kemper, Dirk Geisler, Dieter Heitmann, Markus Ostermann, Reinhard Rabbers und Franz Fislage. Da war es 19.30 Uhr.
Autor: Jörg Homering
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Quelle: MV-Online